Montag, 21. Mai 2012

Wie fange ich an, mich und meinen Körper zu lieben?

Als positiven Einstieg haben wir uns ein Thema ausgesucht, das die Basis für alles darstellt. Wie das erste Glied einer Dominokette bringt es alles zum Rollen. Egal, ob du einen genauen Plan hast, Gewicht verlieren, zunehmen, ein gesünderes Essverhalten, oder einfach nur ein glückliches Leben führen möchtest. Ohne Selbstliebe wird der Weg, den du gehst, dich niemals richtig zufrieden machen. Doch durch die richtigen Absichten und eine bestimmte Grundeinstellung kannst du alles schaffen. Wirklich alles!

"Ich fettes Ding. Ich schwabble durch die Gegend. Wie eine dicke rollende Kugel." "Meine Dehnungsstreifen und die Cellulite, das ist alles so widerlich, ich mag mich gar nicht im Spiegel angucken." "Ich bin zu schmächtig, schwach und unsportlich." "Mein Gesicht ist so eine Hackfresse!" - Erkennst du einige dieser Sätze wieder? Hast du dich auch schon mal gedanklich (oder sogar mit Worten vor anderen) fertig gemacht?

Dann frage ich dich: Bist du dir im Klaren darüber, welche Auswirkungen das auf dich hat? Es sind nicht einfach nur irgendwelche Worte, die man sich bei Gelegenheit ins Gedächtnis ruft. Auch keine Modeerscheinung, weil sich heutzutage eigentlich jeder als hässlich zu bezeichnen pflegt, um nicht als eingebildet zu gelten. Denn mit der Zeit formen sich deine Gedanken zu einer Realität. Zu deiner Realität. Das Unterbewusstsein hat keine Möglichkeit, die Richtigkeit dieser Worte zu überprüfen. Doch es saugt alles auf, wie ein Schwamm. Womöglich haben sich diese Selbstbeschimpfungen schon festgesetzt. Vielleicht bist du einer dieser Menschen, die nur das Schlechte sehen. Die keine Komplimente annehmen können, ohne sie als Schleimerei oder Heuchlerei abzustempeln. Kennst du diese Menschen in deinem Umfeld? Bewundernswerte Persönlichkeiten, die doch so wenig Selbstbewusstsein haben? Sie sind genauso wie du. Du denkst vielleicht, die negative Stimme in deinem Kopf hat recht, doch in mindestens siebzig Prozent der Fälle lügt sie.

Überall in Selbsthilfebüchern, auf Recoveryseiten werden sie empfohlen: Die positiven Worte!
Warum? Weil es wirkt. Was hast du zu verlieren? Probier es aus:

1. Geh jeden Morgen nach dem Aufstehen zum Spiegel und finde drei Dinge, die dir gefallen. Ignoriere alles, was dich stört und konzentriere dich auf deine Vorzüge. Rede mit deinem Spiegelbild, als wäre es deine Freundin. "Du hast wunderschöne Augen. Und dein verschlafener Blick ist so niedlich. Du bist ein wertvoller Mensch."

2. Nimm dir Zeit zum Frühstücken. Wir alle wissen: Das Auge isst mit. Und warum klatschen wir uns dann doch nur das labberige Toast auf den Teller? Steh ein wenig früher auf, recke und strecke dich und bereite dir ein schönes buntes Frühstück vor. Wenn du morgens nicht hungrig bist, tut es auch ein kleiner Smoothie oder ein Eiweißshake. Hol dir einen Milchschäumer für die Milch im Kaffee, streu ein bisschen Zimt dazu. Oder mache dir einen frischen Früchtetee und schneide ein bisschen Obst rein. Es geht darum, etwas für dich zu tun.

3. Wenn du in der Schule/Uni/auf der Arbeit Komplimente (zB "Du siehst gut aus.") erhälst, sag fröhlich "Danke! Ich fühle mich auch gut." und gib eins zurück. Denk dir nicht "Ja, einfach lächeln und so tun, als ob alles ok wäre." sondern: "Hey, eigentlich ist doch alles gut!"

4. Nimm dir vor, dir alle zwei Stunden ein Kompliment zu geben. Dabei kannst du dir alles einfallen lassen, Hauptsache es ist nicht sarkastisch oder total lahm. Sei nett zu dir. Wenn etwas nicht ganz so klappt, wie du es dir vorstellst, heißt das nicht, dass du nun in deiner Persönlichkeit entwertet bist. Du bist wertvoll, egal, was du erreichst. Nur, wer geduldig mit sich selbst ist, kann seine Ziele erreichen. Als Beispiel finde ich kleine Kinder sehr treffend. Wenn man sie bestraft und niedermacht, hat das selten positive Folgen. Sie sind demotiviert und können nicht an sich selbst glauben. Belohnt man sie aber und lobt sie für Fortschritte (natürlich ohne zu verhätscheln), werden sie Feuer und Flamme. Also: Das Glas ist halbvoll. Und wenn nicht, dann füllst du es ;-)

5. Wenn du abends im Bett liegst, lass den Tag mit positiven Worten ausklingen. Deine Selbstliebe bildet den Rahmen. Lächle, selbst wenn du dich in dem Moment nicht so fühlst. Verzeih dir deine Fehler. Sage: "Ich liebe mich." egal, wie dämlich du es am Anfang finden wirst.

Selbstakzeptanz geht über das Aussehen hinaus. Es ist das eine, Kleidung zu tragen, in der man sich wohlfühlt und seinen Körper mit allen Rundungen, Dellen, Rissen etc. zu akzeptieren. Aber das allerwichtigste ist, seine Persönlichkeit aufzuwerten. Hast du dich schon mal gefragt, weshalb gerade Menschen, die nicht unbedingt dem Schönheitsideal entsprechen, beliebt sind, den Partner für's Leben finden und allgemein bewundert werden? - Weil sie mit sich im Reinen sind. Wir sind viel lieber von Menschen umgeben, die selbstbewusst lächeln und eine Grundsicherheit ausstrahlen. Und warum solltest du nicht auch einer von ihnen sein können?

Wenn du diese Ratschläge befolgst, wird es jeden Tag leichter und natürlicher. Du wirst keinen Kloß im Hals haben, wenn du dich morgens anlächelst. Du wirst dich auf dein Frühstück freuen und anfangen, mehr Vorzüge zu finden. Es braucht Zeit, aber die hast du. Dieser Prozess läuft neben dir her. Du brauchst nichts weiter tun, als dir positiv zuzureden und die Veränderungen werden kommen.

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Kommentare:

  1. Sehr sehr schön und treffend! Außerdem irgendwie einleuchtent!
    Mir wurde heute gesagt, das ich gut aussehe. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Ich hab mich tierisch gefreut! Das hätte ich früher nicht im Geringsten gekonnt. Und ich arbeite daran, es auch zu finden!

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  2. Tolle Tipps! Ich bin mir sicher ihr helft damit einer Menge Menschen.

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  3. sehr schön geschrieben! :) erst wenn man sich wirklich liebt ist man fähig seinem körper gutes zu tun und zu erkennen was ihm am besten tut!

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  4. Schön geschrieben :) Und man kanns ja mal versuchen :)
    Aber, diese Gedanken in denen ich mich schlecht mache, die treiben mich irgendwie an ! Die Gedanken sorgen dafür das ich versuche 100 % bei einer Sache zu geben.

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