Sonntag, 11. November 2012

Wenn du dich selbst veränderst,dann veränderst du die Welt.

Du erlebst die Welt und die Menschen so, wie du sie siehst. Und die Welt und die Menschen reagieren darauf, wie du dich ihnen gegenüber verhältst. Deshalb wirst du jeder Veränderung in deinen Gedanken und deinem Verhalten auch einen anderen Einfluss auf deine Umgebung haben. Du kannst jeden Tag etwas dafür tun, durch eine kleine Veränderung in dir die Welt zu einem bessern Ort zu machen. Was könntest du heute tun?


© Lebensfreude Kalender 2012

Mittwoch, 7. November 2012

Einen Moment der Schwäche macht dich nicht zu einem Schwächling.

Hast du schon einmal beobachtet, dass auf einem Apfelbaum neben den gesunden Äpfeln immer auch einige faulige Äpfel hängen? Würdest du deshalb den Apfelbaum fällen? Wahrscheinlich nicht. Ebenso solltest du mit dir verfahren, wenn du dich bei einem Fehler ertappst. Du bist und bleibst ein wertvoller und liebenswerter Mensch, auch wenn du ab und zu einen Fehler machst und schwach bist. Verzichte deshalb darauf, dich als Versager zu verurteilen. Akzeptiere dich als einen Menschen, dem etwas misslungen ist.

© Lebensfreude Kalender 2012

Sonntag, 4. November 2012

"Wie kann ich die Bulimie besiegen?"


von Forest
1) Spricht über deine Bulimie!
Wenn du noch niemanden von deiner Bulimie erzählt hast, 
dann wende dich bitte an eine sehr gute Freundin oder am besten an deine Eltern. 
Ich weiß, wie schwer das ist, weil ich meine Bulimie jahrelang verheimlicht habe,
 aber es ist sehr wichtig, 
dass jemand, am besten deine Familie weiß, was los ist, 
weil man Unterstützung braucht, um aus der Essstörung herauszukommen!
 Außerdem erleichtert es unheimlich, wenn man es jemanden gesagt hat. 
Es wird natürlich schwer, so weiterzumachen, wie vorher, weil dann jemand von deiner Erkrankung weiß, 
aber du möchtest doch gesund werden, oder?

2) Mache dir bewusst, dass es nicht einfach wird!
Bitte stürze dich nicht in den Gedanken, dass von heute auf morgen alles verschwunden ist. 
Du bist krank. 
Bulimie ist eine sehr ernstzunehmende, gefährliche Krankheit, 
die im unglücklichen Fall auch tödlich für dich enden kann. Eine Essstörung entwickelt sich langsam 
und schleichend und genauso wird es auch sein, 
wenn es um das Gesund werden geht. 

3) Bitte leugne nicht immer alles oder lüge, wo du nur kannst!
Das hier ist ein sehr unangenehmer Teil, 
aber mir kann niemand sagen, dass er nie gelogen hat, 
was den Bezug aufs Essen betrifft. Ich z.B habe Sachen gegessen und als ich gefragt wurde, 
ob ich es war, habe ich es geleugnet, 
weil ich so stark in meiner kranken Welt war, dass ich gar nicht mehr wirklich ehrlich sein konnte. 
Mach dich bitte dafür nicht fertig, aber bitte sei ehrlich zu dir selbst und frage dich bitte: 
Habe ich mal nichts gegessen, aber gesagt, ich hätte es?
Habe ich Sachen gegessen, aber geleugnet, dass ich es war?
Habe ich Treffen oder Ähnliches erfunden, um fressen und kotzen zu können?
Das Lügenmuster, welches man sich zurecht strickt, wird sehr eng sein. 
Vor allem, wenn man schon länger bulimisch ist. 
Es wird schwer werden, sehr schwer, wenn man wieder in die Verlockung kommt, 
sich etwas auszudenken, damit man nicht essen muss, aber es ist wichtig, 
dass du erkennst, dass du das nicht mit böser Absicht machst, sondern, 
dass die Krankheit dich so eingenommen hast, 
dass du es schon gar nicht mehr gemerkt hast, was du alles gesagt hast.

4) Freunde dich mit dem Gedanken an, 
dass du nicht abnehmen musst und du am Anfang der Umstellung zu einem gesunden Essverhalten höchstwahrscheinlich zunehmen wirst.
Das hier ist ein sehr schwieriger, wenn nicht sogar der schwierigste Teil, den man bestehen muss, 
um gesund zu werden. 
Ich weiß, was es heißt, sowas zu sagen und ich habe jahrelang immer versucht, gesund zu werden, 
habe dann aber zugenommen und bin wieder in mein altes Muster zurückgekehrt, 
weil ich zu viel Angst hatte, aufzugehen wie ein Hefekloß. 
Ich möchte dir keine Lügen erzählen, deswegen sage ich dir jetzt knallhart, offen und ehrlich, 
dass es kein Zuckerschlecken werden wird. 
Ich habe so oft geweint, ich weine immer noch sehr oft, weil ich mich so fett finde und 
ich habe anfangs auch zugenommen. 
Ich möchte dir nichts erzählen, was viele überall schreiben. 
Ich möchte dir die Ehrlichkeit geben, die ich mir gewünscht hätte. 
"Du wirst nicht zunehmen!" - 
Das haben mir ganz viele gesagt, von denen ich gedacht habe, dass sie mich nicht anlügen würden. 
Bitte verstehe auch, dass sie dir nichts böses wollen, sondern dich nur beruhigen wollen, 
weil es ein sehr wunder Punkt von dir ist. 
Ich kann euch sagen, dass es der reinste Horror ist. 
Gerade die ersten Wochen sind kaum auszuhalten, aber bitte glaub mir, 
dass wenn du regelmäßig, normal isst, 
dann wird das Gewicht auch irgendwann nicht mehr nach oben gehen oder stehen bleiben. 
Wenn es dir schlecht geht, dann fress es nicht in dich hinein, sondern rede mit jemanden drüber!

5) Finde heraus, in welchen Situationen du Fressdruck bekommst und warum!
Die Bulimie ist nur ein Spiegel für etwas, was du sonst anders nicht ausdrücken kannst.
Ich habe z B sehr große Probleme mit Konflikten gehabt, habe Angst vor allem gehabt und war total depressiv. 
Ich habe versucht, meine Probleme und meine Gedanken, in mich hereinzufressen, 
um sie dann im wahrsten Sinne des Wortes wieder auskotzen zu können. 
Ich habe immer Probleme damit gehabt, meine Meinung zu sagen, 
aber wenn ich gefressen habe, dann habe ich maßlos gefressen, ohne Maß, war zügellos,
 nicht unter Kontrolle und  habe dann versucht, 
die Kalorien und den ganzen Schmerz durch das Kotzen wieder loszuwerden. 
Ich konnte nie "Nein!" sagen, deswegen habe ich immer "Nein" zum Essen gesagt, wenn ich erbrochen habe. 
Ich habe gedacht, dass es das einzige ist, was ich wirklich kann:
 Mich selbst zerstören und bei anderen immer schön den Mund halten und die Aggressionen, 
die ich entwickelt habe, an mir auszulassen, anstatt drüber zu reden oder mich zu wehren, 
wenn mich jemand geärgert hat. 
Denk bitte drüber nach:
Esse ich immer in bestimmten Situationen zügellos und erbreche dann oder ist der Zeitpunkt unbedeutend 
(was ich nicht glaube). 
Was fühlst du, wenn du anfängst, zu essen? Wut? Leere? Hass? Traurigkeit? Was genau und wieso? 
Hast du Probleme mit Leuten aus deiner Umgebung? Mit deiner Familie? Hast du etwas nicht verkraftet? 


6) Trenne dich von Leuten, Sachen oder Situationen, 
die du vermeiden kannst und die dir nicht gut tun!
"Oh Gott - Nie im Leben!" - Oh doch!
Ich habe viele mit vielen Personen, Webseiten, Büchern, Dingen zu tun gehabt, die mir alles andere, 
als gut getan haben.
 Es ist sehr schwer, zuzugeben, dass man ohne diese oben genannten Dinge besser dran wäre, 
aber es ein sehr wichtiger Punkt.
 Ich habe Jahre gebraucht, um mir einzugestehen, dass mir gewisse Dinge oder Leute nicht gut tun 
und es ist verdammt schwer, Kontakte abzubrechen und sich von Seiten oder Dingen zu trennen,
 aber es wird sich lohnen! 
Wenn du Hilfe brauchst, dann schreibe mich an - trau dich ruhig und habe keine Angst! 
Ich versuche dir zu helfen, wo ich nur kann!

7) Suche dir einen  Therapeuten!
"Ich bin doch nicht bekloppt!"
Liebes, du bist süchtig, du brauchst fachmännische Hilfe. 
Du kannst versuchen, aus der Bulimie alleine herauszukommen, 
aber ohne äußerliche Hilfe ist es kaum möglich, egal, wie sehr man es möchte.

8) Höre auf zu Hungern!
Hungern verlangsamt deinen Stoffwechsel, 
schwächt dein ganzes Immunsystem und lässt dich eventuell viel Gewicht verlieren, 
welches einem sehr großen Teil dem Wasserverlust zugeschrieben werden kann, 
aber es fördert auch die Fressattacken! 
Wenn du hungerst, provozierst du nur den nächsten Fressanfall!

10) Möchtest du wirklich aus dem tiefsten Inneren gesund werden?
Frag dich, ob du wirklich gesund werden willst und du dafür auch die krassen Stimmungsschwankungen
 und die eventuelle Gewichtszunahme in Kauf nehmen kannst. 
Wenn du dich nicht 100 % ig für die Genesung entschieden hast, dann nützt auch der allerbeste Plan nichts. 
Es ist völlig normal, dass man Panik und Angst bekommt, 
weil man seine vermeintliche Kontrolle abgeben wird und ein großer Teil in dir, 
wird sich auch sträuben, aber bitte bedenke auch, dass es die Krankheit ist, die dich nicht loslassen möchte, 
aber sage dir auch, dass es möglich ist, ein Leben ohne Bulimie zu führen.
Die Gedanken werden wahrscheinlich dein ganzes Leben lang ein Begleiter sein, 
aber du kannst lernen, es zu kontrollieren. 
Du bist keine Marionette und du musst nicht fressen und kotzen oder hungern!

11) Freunde dich mit dem Essen an, denn ...
dein Körper braucht Nahrung, um zu leben. 
Dein Körper kann sonst nicht richtig funktionieren.
 Es ist lebensnotwendig und du wirst jeden Tag mit dem Thema Essen konfrontiert werden, egal, wo du bist. 
Essen ist keinesfalls böse und hat keine Teufelshörner! 
Du darfst und musst sogar essen, aber bitte in Maßen! 

12) Einen Essplan erstellen, um sich daran orientieren zu können!
Da ich in einer WG für essgestörte junge Frauen wohne, habe ich glücklicherweise Untersützung von einer Ernährungsberaterin bekommen, die mit mir zusammen einen Plan erstellt hat.
 Ich weiß nicht, was du magst oder womit du anfangs am besten klar kommen wirst, 
aber ich kann euch meinen Plan zur Hilfe hier posten. 
In meiner Gruppe gibt es aber auch "Frauen", die mehr essen, an anderen Zeiten oder eben etwas anderes. 
Es kommt eben immer auf dich an, deinen Kalorienbedarf, Größe, etc.

8:00Uhr 1 Brötchen mit Belag, 1 Toast mit Butter + Belag

11 Uhr: 1 Apfel

13:30 Uhr: 1 Teller Mittagessen + Nachtisch 

15:30 Uhr: Etwas mit ~ 100-200 Kalorien

18:30 Uhr: 2 Brote mit Belag und 1x Butter
an zwei Tagen in der Woche auch ein Brötchen und ein Toast mit 1x Butter und Belag

20:30 Uhr: 1 Obstgarten und 1 Apfel

13) Akzeptiere, dass Rückfälle kommen werden und normal sind!
Wenn du mal einen Rückfall hast, dann akzeptiere es danach, aber gebe nicht auf und kämpfe weiter! 
Du kannst es schaffen, gesund zu werden!

14) Glaube an dich selbst und lerne, dich zu lieben!
Es ist schwer, aber es wird sich lohnen. 
Schreibe dir Nachrichten, klebe dir Post Its an Spiegel, die nette Bemerkungen drauf stehen haben! 
"Du bist ok so, wie du bist!" - "
Mensch, dann sitzt eben das oder das nicht, aber es gibt Leute, die dich trotzdem lieben!" etc. 
Klingt bescheuert, aber hilft wirklich!

15) Raus aus der Isolation!
Viele Bulimiekranke haben sich so isoliert, dass sie kaum noch Freunde haben
 oder kaum noch Kontakt nach außen haben. 
Es ist sehr wichtig, dass man wieder auf die Füße kommt und sich mit Leuten trifft und die Treffen nicht absagt,
 weil man z B zwei Kilo zugenommen hat! 
Es ist schwer, aber du brauchst Leute, die dich unterstützen, die dir zuöhören 
und mit denen du wieder lernen kannst, das Leben zu genießen! 
Geh doch ins Kino, schlafe bei jemanden, gehe raus.
 Versuche deine Umwelt wahrzunehmen - weißt du eigentlich, 
wie es da und da aussieht und hast du einen Ort, den du gerne magst? Dann geh hin, trau dich.

16) Lasse keine Mahlzeiten bewusst ausfallen, denn du brauchst den Rhythmus!

17) Wiege dich höchstens ein Mal die Woche!
Alles andere ist Schwachsinn!

18) Suche dir Aktivitäten und Dinge, die dir gut tun, um dich abzulenken, 
falls du drohst, wieder rückfällig zu werden!

19) Magst du es, dich durch Blogs durchzuklicken,  aber kennst eigentlich nur "kranke" Blogs?
Ich surfe sehr gerne auch Blogs und habe mir deswegen neue Blogger gesucht, 
die auch mal Essen bloggen und es schön darstellen und es nicht als Kampfgegner sehen. 
Ich interessiere mich z B auch für Mädchenkrams und hübschen Bloggerinnen.
Klingt doof - ist vielleicht auch doof, aber sie helfen mir irgendwie.
Aber ich versuche, mich nicht zu vergleichen. 
Hier sind ein paar Beispiele:

20) Versuche, dich nicht immer mit anderen zu vergleichen, denn ...
dann kannst du nicht glücklich werden! Lerne, dass du auch wundervoll bist!



21) Lass dich vom Arzt durchchecken!
Das ist superwichtig, um zu sehen, wie weit dein Körper schon geschädigt worden ist.



22) Gehe zum Zahnarzt! 

& Bitte sage, dass du Bulimie hast (die meisten werden es eh anhand deiner Zähne sehen)
und frage, was du tun kannst, um sie zu schützen und scheue dich nicht,
zu fragen, inwiefern sie geschädigt sind.



Im Falle eines Rückfalls:

23) Nicht direkt nach dem Erbrechen die Zähne putzen!
GANZ WICHTIG! Frühestens eine Stunde später,
weil es die Zähne sonst noch zusätzlich angreift!



24) Lobe dich, wenn du nicht erbrochen hast oder wenn du trotz Erbrechen immer noch den Mut hast, 
gesund zu werden!

"Ich bin doch kein Hund!"  - Ja, aber: Es ist wichtig für dein Selbstbewusstsein!
Sei ruhig stolz auf dich!